Spaziergänge

Horizon Zero Dawn – Ein Spaziergang zum Steinbruch von Meridian

Zufällig stieß ich auf einen gigantischen Steinbruch und konnte einige tolle Fotos schießen.

Nachdem ich eben noch fieberhaft, aber auch begeistert, nach Kaffeetassen gesucht habe, kehre ich nun schon ein zweites Mal aus der Spielwelt von Horizon: Zero Dawn mit einem prall gefüllten Screenshot-Ordner zu euch zurück. Ich stolperte eher zufällig von einem Quest-Marker geführt über einen großen Steinbruch, der mich so sehr beeindruckte, dass ich euch die Bilder nicht vorenthalten möchte.

Der Aufstieg zur Hügelspitze

Der Steinbruch liegt nördlich der Stadt Meridian, die eine der größten Siedlungen des Volkes der Carja ist. Hier entdeckte ich einige bearbeitete Steinblöcke, die teilweise direkt auf dem Erdboden, teilweise noch auf Holzbrettern ruhen, mit denen sie transportiert wurden.

Einige Meter von dem behelfsmäßigen Lager entfernt führt ein Weg aus im Boden versenkten Baumstämmen einen sanft ansteigenden Hügel hinauf. Ohne Zweifel ist das der Weg, auf dem die schweren Steinblöcke vor die Stadttore befördert wurden.

Auf dem Weg zur Hügelspitze entdeckte ich eine Reihe von Steinobelisken, die in regelmäßigen Abständen den Transportweg der Steinblöcke flankieren.

Sie tragen keine Inschriften, zeigen aber fast unverkennbar den Haupttempel der Stadt Meridian, in der die Sonne – Symbol der Religion der Carja – verehrt wird. Im ersten Moment erklärte ich mir die Obelisken als Marker und gleichzeitig politische Kennzeichnung, dass dieser Transportweg und die Waren auf ihm zum Reich der Carja gehören. Doch die Windspiele, die mit den Obelisken offenbar ein Paar ergeben, lassen mich nun doch darüber grübeln, ob die Steinsäulen noch weitaus mehr sein könnten, als nur eine einfache Besitzmarkierung.

Windspiele wie diese erfüllen, von der Beobachtung der Windstärke abgesehen, keinen praktischen Zweck und scheinen in diesem Kontext hier fehl am Platz. Gleichzeitig nutzen aber viele Kulturkreise diese Instrumente als ästhetische Ergänzung und Ausgestaltung eines religiösen Raumes, wie beispielsweise Gebetsräume, Altar-Bereiche oder Schrein-Anlagen. Notiz an mich selbst: Herausfinden, wie Politik und Religion in der Carja-Gesellschaft zueinander stehen und ob es irgendwo weitere Hinweise für den Sinn der Windspiele gibt.

Am Rande des Weges, der den Hügel hinauf führt, entdecke ich die Überreste eines Arbeitsunfalls: Einige Steinklötze sind von ihrem Transportbett gerutscht – fehlende Spuren im Gras deuten darauf hin, dass das bereits vor einer ganzen Weile passiert ist, sich aber noch immer niemand darum bemüht hat, die Steine wieder zurück auf den Weg zu wuchten.

Ein Zeichen des Überflusses, der die Carja ohne Probleme auf diesen Stein verzichten lässt? Oder ein Indiz für einen gewissen Grad der Verwahrlosung? Ich war an diesem Punkt enorm gespannt, ob Antworten auf meine Fragen weiter oben auf dem Hügel auf mich warten würden.

Die Hügelspitze

Mehrere Unterkünfte für die Arbeiter, Kran-Konstruktionen, Steinmetz-Lager und eine Lagerhalle drängen sich auf der Hügelspitze auf einem kleinen Plateau zusammen, an das der gigantische Steinbruch anliegt.

Im Gespräch mit einigen der hier herumstehenden Menschen erfahre ich, dass die Arbeitsbedingungen hart sind und nur wenige die Hoffnung hegen, irgendwann einmal ein besseres Leben führen zu können. Eine Frau offenbart mir sogar ihre Angst davor, irgendwann einmal schwanger zu werden und ein Kind dieser grausamen Welt auszusetzen.

Hier erfahre ich auch den Grund des Arbeitsunfalls, dessen Überreste ich auf dem Weg zur Hügelspitze bereits entdeckt hatte: Einer der Roboter-Dinosaurier, die die Spielwelt von Horizon: Zero Dawn bewohnen, hat es sich in dem von den Arbeitern künstlich geschaffenen Canyon gemütlich gemacht und greift nun jeden an, der sich in die Nähe der Schlucht begibt.

In meinem Spieldurchlauf habe ich die sich hier anschließende Quest bereits erledigt und den Steinbruch bis auf weiteres hinter mir gelassen – ohne allerdings wirklich den Arbeitern vor Ort geholfen haben zu können. Das Monster in der Schlucht wurde zwar besiegt, doch wieder aufgenommen haben die Arbeiter seitdem ihr mühselige Arbeit noch nicht. Ich bin gespannt darauf, ob mich mein Abenteuer zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zurück zu diesen Menschen führen wird und ob ich dann noch mehr tun kann, als nur Zeuge ihres Schicksals zu sein.

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