Ausgegraben

Aporia: Beyond the Valley – Ratlosigkeit kann so schön sein

Der Begriff “Aporie” hat sich aus der Welt des Altgriechischen bis in die Moderne gerettet und beschreibt die Unmöglichkeit, bei einem bestimmten Problem die richtige Entscheidung zu treffen. Das nimmt das Entwicklerteam von Aporia: Beyond the Valley wörtlich und befördert uns in eine Rätselwelt, die Kopfnüsse inmitten von gigantischen Ruinen, sprechenden Wandbildern und magischen Pflanzenwuchsmitteln zu bieten hat.

Myst hat mich mit seiner rätselhaften Spielwelt als Kind gebrochen, The Witness holte selbiges noch einmal für Erwachsen-Dom nach. Offene Spielplätze voller für mich undurchschaubarer Logikrätsel sind meine Achillesferse, ach was, mein Achillesoberschenkel. Und so konnte ich nur staunend, irritiert und auch ein bisschen neidisch dabei zusehen, wie noch vor einigen Monaten die Welt um mich herum Linien von A nach B zog. Es ist ein Genre, das ich eigentlich für mich abgeschrieben hatte.

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Bilder wie diese entdeckte ich im Newsfeed meiner Freundin kurz nach Release von The Witness fast täglich!

Nun aber schiebt das dänische Entwicklerteam von Investigate North ein Spiel an die Startlinie, das mich, alle anderen Logikrätsel-Zweifler und treue Anhänger dieses Genres sowieso von Grund auf begeistern könnte. Aporia: Beyond the Valley ist ein “Unsere Spielwelt ist voller Rätsel, aber die Rätsel musst du erst noch finden”-Zögling in Reinform und doch auf seine Weise einzigartig.

Bereits der namenlose Protagonist teilt sich sympathischerweise eine Eigenschaft mit wohl vielen von uns: Er ist anfangs völlig von seiner Situation überfordert. Nach einer Art Komaschlaf erwacht er in einer Steinbadewanne in einer ihm unbekannten Umgebung, doch von hier an dauert es nicht lange, bis Aporia einen Vorgeschmack seiner größten Stärke ausspielt: Auf einem Steintisch finden wir eine gefüllte Fiole, die zum Dreh- und Angelpunkt unseres Abenteuers werden wird. Die Entwickler beschreiben dieses so wichtige Werkzeug mit folgenden Worten:

Die Fiole ist mit einer ganz besonderen Flüssigkeit gefüllt, mit der Schalter und ‚Energiekreisläufe‘ in der Spielwelt aktiviert, aber auch bestimmte Pflanzen zum Wachstum angeregt werden können. Allerdings muss sich der Spieler genau überlegen, wann und wie häufig er mit dem Gegenstand experimentiert, denn jeder Gebrauch leert die Flüssigkeit im Inneren – und ist die erst einmal aufgebraucht, müssen die Rätsel auf ihre Lösung warten, bis der Spieler in der näheren Umgebung frischen Nachschub gefunden hat.

Mit diesem wertvollen Gegenstand ausgerüstet haben wir alles, was wir brauchen, um die weitläufige Spielwelt auf eigene Faust erkunden zu können.

Ohne auch nur eine einzige Dialogzeile im gesamten Spiel entschlüsseln wir so die Vergangenheit der Welt von Aporia ausschließlich anhand ihrer Rätsel, Ruinen und Wandbildern, die wie wunderschön beleuchtete, antike GIFs Alltagsszenen einer offenbar schon längst untergegangenen Zivilisationen nachzeichnen. Ohne bisher selbst einen Schritt in diese Spielwelt unternommen zu haben, scheint es sich bei Aporia: Beyond the Valley tatsächlich um ein ein kleines Paradies für Rätselfreunde, Bauforscher und Liebhaber des virtuellen Flanierens zu handeln, auf das ich euch unbedingt aufmerksam machen wollte.

Aporia: Beyond the Valley ist ab sofort auf Steam verfügbar.

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