Spaziergänge

Aporia: Beyond the Valley – Überraschende Entdeckungen im „Säulenhaus I“

Aporia: Beyond the Valley ist ein Open World-Rätselspiel, das uns nicht nur mit Kopfnüssen und Logikpuzzles herausfordert, sondern auch ganz nebenbei den Untergang einer alten Kultur erforschen lässt. Und die hat hier und da außerordentlich faszinierende Spuren hinterlassen.

Wer ein regelmäßiger Gast auf ArchaeoGames ist, dem wird der Open World-Knobler Aporia: Beyond the Valley kein unbekanntes Spiel mehr sein. Erst vor einigen Tagen stellte ich euch den Indie-Titel ausführlich vor, der mich mit seiner Spielwelt vom ersten Screenshot an begeistert hatte. Klar, Kern des Spiels sind eigentlich die vielen Puzzles, Schalterrätsel und sonstigen Kopfnüsse, die wir nach und nach lösen müssen und uns dabei durchaus an The Witness oder Myst erinnert fühlen.

Ich allerdings bin nach mittlerweile über drei Stunden Spielzeit noch immer kaum aus dem Startgebiet herausgekommen, weil ich auf der Suche nach dem ersten Rätsel auf eine überraschende Entdeckung gestoßen bin. Höchste Zeit also, euch auf einen kleinen virtuellen Spaziergang mitzunehmen und euch zu zeigen, was ich da im Gebüsch ein paar Meter abseits des Wegesrands gefunden habe.

Das Säulenhaus I

Nach einem kurzen Intro, das uns mit der Steuerung vertraut macht, betreten wir durch ein gigantisches Steinportal die Spielwelt. Am Fuße einer breiten Treppe stoßen wir auf ein Plateau, das von einem künstlich angelegten Bach frontal vor uns und einer Ruine zu unserer Linken gerahmt wird. Die Wegführung des Spiels gibt uns als Richtung mehr oder weniger geradeheraus vor, um das Plateau zu verlassen und auf das erste, richtige Rätsel des Spiels zu stoßen.

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Über diese Breite Truppe zu unseren Füßen gelangen wir auf das große Plateau. Direkt vor uns liegt ein künstlicher Bach und zu unserer Linken das Säulenhaus I.
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Hier stehen wir direkt vor dem Säulenhaus I. Im Vordergrund links ist eine Stützsäule zu sehen, schräg dahinter befindet sich einer der beiden Eingänge in das Innere des rechteckigen Gebäudes.

Ich allerdings musste mir die Ruine näher ansehen, die am Rande des Plateaus gelegen ist. Der Grundriss der Struktur ist rechteckig und besitzt zwei Eingänge. Besonders auffällig sind hier die insgesamt drei großen, aufrecht stehenden Säulen innerhalb des Grundrisses, die möglicherweise einmal ein Dachgebälk gestützt haben – die Bezeichnung „Säulenhaus I“ lag für mich damit auf der Hand.

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Mit etwas Geschick ist es mir gelungen, auf die Mauer des Säulenhauses zu klettern. In unserem Rücken befindet sich die Halle, durch die wir das Startgebiet betreten haben, rechts vor uns ist der Eingang auf der Längsseite, den wir bereits gesehen haben und vor uns befinden sich in einer Reihe drei weitere Stützsäulen. Hinter der dritten Säule im Bildhintergrund befindet sich eine weitere Treppe.

Durch den Eingang auf der Längsseite des Säulenhauses betrat ich das Innere und entdeckte einen Treppenaufgang am Ausgang der Breitseite, der in eine Art Vorderhaus führt, das über eine eine Rundtreppe wieder zurück zum Fuße des Plateaus führt, zu dem uns das Spiel bereits die ganze Zeit lotsen will.

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Wir haben die drei Säulen im Inneren des Grundrissen in unserem Rücken und stehen nun vor der Treppe auf der Breitseite des Säulenhauses. Über die Treppe, die am rechten Bildrand um die Ecke führt, gelangen wir auf den Fuß des Plateaus, wohin uns das Spiel schon die ganze Zeit lotsen will.

Zwei Dinge faszinieren mich an dem Säulenhaus: Zum einen entpuppt sich das, was nach einer einfachen, netten Dekorierung des Startgebietes aussieht, als ein Gebäude mit einer echten, nachvollziehbaren Baugeschichte. So ist durchaus vorstellbar, dass in der ersten, ältesten Bauphase das Gebäude mit den massiven, grob bearbeiteten Steinblöcken errichtet wurden, die zum Zeitpunkt der Entdeckung durch den Spieler am schlechtesten erhalten und stark verwittert sind. Beeindruckend hohe Säulen stützten ehemals ein Dach, das sich sowohl über das Nebengebäude als auch den Eingangsbereich auf der Längsseite erstreckt hat, wie weitere Stützsäulen vermuten lassen.

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Zurück am Eingang auf der Längsseite: Hier liegt eine der beiden Stützsäulen, die vielleicht einmal ein überstehendes Dach im Eingangsbereich gestützt hat.
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Und noch einmal die gleiche Säule aus einer anderen Perspektive. Zur Orientierung: Nun liegt vor uns das Startgebiet und die große Treppe, über die wir das Plateau betreten haben, hinter uns liegt die Seite, wo sich der künstliche Bach befindet.

Neben den alten Steinblöcken finden wir allerdings auch deutlich feiner behauene Steinquader, die weniger stark verwittert sind und zudem aus einem anderen, helleren Mineral zu bestehen scheinen. Sie liegen offenbar wahllos im Säulenhaus verstreut, wurden interessanterweise allerdings auch benutzt, um den in der Nähe befindlichen, künstlichen Bachverlauf anzulegen.

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All diese Details müssen von den Entwicklern absichtlich so arrangiert worden sein, um anzudeuten, dass dieser Ort womöglich eine Mehrfachbenutzung hinter sich hat. Und eine solche Mehrfachbenutzung, die teilweise zum Abriss älterer Strukturen geführt hat, kann auf eine durchaus turbulente Vergangenheit hinweisen – ein Foreshadowing des Schicksals der untergegangenen Kultur der Spielwelt auf archäologischem Niveau, wenn man so möchte.

Das zweite Faszinosum ist eine Bemalung im Säulenhaus, die sich leicht übersehen lässt. Auf einem der älteren Steinblöcke wurde eine Figur gemalt, die ich nach drei Stunden Herumgelaufe im Startgebiet noch nicht zuordnen kann – ich fürchte, ich muss mich von dieser Ruine wirklich bald mal losreißen.

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Die aufgemalte Figur, die entfernt menschenähnlich – oder doch eher wie ein Insekt? – wirkt. Was es damit wohl auf sich hat?

Zweifellos ist aber auch diese Figur nicht zufällig an diesen Ort gelangt und ich bin unheimlich gespannt darauf, welche Details die Entwickler noch in ihrer Spielwelt versteckt haben, die auf den zweiten und dritten Blick noch so viel mehr Geheimnisse offenbart, als ich je vermutet hätte.

Dieser Spaziergang hat euch nicht gereicht? Dann schnürt direkt wieder die Wanderstiefel und begleitet mich in die Welt von Horizon Zero Dawn!

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