Ausgegraben

Bannerman – Im Seitwärtsschritt durch das „finstere Mittelalter“

Das Indie-Spiel Bannerman führt uns im Seitwärtsschritt und mit erschreckend kleinem Lebensbalken durch das finstere Mittelalter.

Ich habe schon in vielen Spielen das mysteriöse “finstere Mittelalter” erkunden dürfen, aber selten hatte ich dabei so viel Spaß wie in der Rüstung von Bannerman.

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Bannerman, Armitage Games

Als rotbärtiger Recke durchstreife ich schwer bewaffnet eine scheinbar endlose Pixellandschaft. Den Grund für die Reise habe ich ehrlich gesagt nach Minuten schon wieder vergessen, aber weiter schlimm ist das zum Glück nicht: Die Spielwelt macht keinen Hehl daraus, dass der dünne rote Faden der Hintergrundgeschichte nur als Vorwand dient, uns von einem Duell ins nächste zu schicken – und die sind der eigentliche Grund dafür, warum ich noch immer nicht die Lust an Bannerman verloren habe.

Denn sobald ein Gegner den Bildschirm betritt, offenbart Bannerman sein wahres Ich: Unter der wunderschönen Oberfläche verbirgt sich eine Art “Rhythmus-Spiel mit Schwert”, das von euch verlangt, die Bewegungen und Angriffsmuster aller Widersacher zu studieren und Platz für eigene Attacken oder Ausweichrollen zu finden. Während ihr auch mit Fernkampfwaffen die feindlichen Lebensbalken leeren könnt, wird euch der notorische Munitionsmangel aber schon bald in den Nahkampf zwingen.

Hier entscheidet dann das richtige Gefühl für Timing und Reichweite darüber, ob eure leichten und schweren Angriffe ihr Ziel finden. Wer dabei allzu kopflos das Schwert schwingt, muss sich allerdings bald mit geleerter Ausdauer keuchend zurückziehen und einige empfindliche Gegentreffer einstecken. Im Todesfall geht es zurück zum letzten Checkpoint und wir können erneut unser Glück versuchen.

Mit diesen so simplen Zutaten wird selbst ein überschaubarer Zweikampf zu einer mittelgroßen Herausforderung und schickt euch schnell in den berühmten “Noch einen Versuch”-Loop. Und selbst nach einer längeren Bannerman-Auszeit fällt es nicht sonderlich schwer, wieder für eine paar Duelle in die Spielwelt zurückzuhopsen: Die Steuerung ist simpel, die Hintergrundgeschichte gleichzeitig überschaubar und zweitrangig – ein ideales Spiel für das nächste halbstündige Zeitfenster in eurem Alltag.

Und nicht zuletzt ist auch der Soundtrack schlichtweg fantastisch. Ein kurzes Hörbeispiel findet ihr im offiziellen Launch-Trailer:

Wer sich übrigens über das Spiel hinaus für die Entwicklung von Bannerman interessiert, der sollte unbedingt auf dem YouTube-Kanal des Machers vorbeischauen: Michael Vansleve dokumentierte in den letzten Jahren jeden größeren Meilenstein seiner Arbeit und zeigt, wie viel Energie, Schweiß und Aufwand in die Pixelduelle geflossen sind.

4 Kommentare

  1. Das hatte ich auch schon einige Monate auf dem Schirm, hab dann aber doch nicht so richtig den Drang verspürt, zuzugreifen. Hauptsächlich, weil es mir (immer noch ein wenig) wie eine etwas hübschere Variante von A Bastard’s Tale (http://store.steampowered.com/app/371550/A_Bastards_Tale/) erscheint, und das war mir ein ganzes Stück zu frustrierend.
    Hübsch ist Bannerman allerdings wirklich. Kennst du denn A Bastard’s Tale?

    1. Das stimmt, das Spielprinzip ähnelt sich! Aber Bannerman wirkt auf mich deutlich polierter – und den Grafikstil finde ich persönlich auch deutlich hübscher. Müsste ich mich entscheiden, würde ich weiterhin lieber zu Bannerman als zu Bastard’s Tale greifen!

      1. Ne, überhaupt nicht frustrierend, sonst hätte ich das im Text herausgehoben. Man wird sicher häufig sterben, aber es fühlt sich nie unfair an!

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