Spielvorstellung

Das erste „God of War“-Textadventure ist tatsächlich viel besser als erwartet

Es ist eine faszinierende 180°-Drehung, an der sich das God of War-Franchise momentan versucht: Da haben wir uns drei Spiele und insgesamt zehn Jahre lang als wütender Spartaner Kratos ebenso spektakulär wie stumpf durch die griechisch Götterwelt geprügelt, um jetzt im kommenden vierten Teil den besorgten Vater hervorzukramen. Klar, Kratos kann immer noch feste zuschlagen – aber mit dem Wechsel von der griechischen in die nordische Mythologie soll nicht nur Staub durch Schnee, sondern auch plumpes Spartaner-Knurren durch interessante Charaktere und eine berührende Geschichte ersetzt werden.

Neue Erkenntnis: God of War funktioniert auch ohne AAA-Grafikbombast

Wie ernst es den Entwicklern mit ihrem Stimmungswechsel ist, machten sie nun mit der Veröffentlichung eines Spin-Offs klar, das wir wohl nie mit dem God of War-Franchise in Verbindung gebracht hätten: Ausgerechnet ein Textadventure, spielbar im Facebook Messenger, soll uns auf das neue God of War einstimmen, das im April 2018 erscheinen wird.

In God of War: A Call From The Wilds erleben wir an der Seite von Atreus, dem Sohn des Kratos, ein erstaunlich wendungsreiches Abenteuer, das uns vor ganz unterschiedliche Aufgaben stellt. Neben der spannenden Geschichte gefiel mir ganz besonders gut, wie die Autoren mit den Möglichkeiten – und Einschränkungen – des Textadventure-Genre spielen: Wer beispielsweise den Bogen zückt und einfach nur Pfeile abschießt, trifft nur selten wirklich sein Ziel. Schreiben wir allerdings vorher „aim target“ in den Chat, erhöht sich unsere Trefferchance enorm.

Von der Sprachbarriere abgesehen (das Adventure ist nur in englischer Sprache spielbar) stellt uns God of War: A Call From The Wilds auch in seiner Spielwelt regelmäßig vor recht große Herausforderungen, die wir meistern müssen. Tatsächlich kann Atreus auch sterben, wenn wir wichtige Hinweise übersehen, Items vergessen oder falsche Entscheidungen treffen – und dann müssen wir wieder komplett von vorne beginnen. Wer durchhält, wird mit insgesamt acht hübschen Wallpaper-Motiven belohnt.

Falls ihr weder eure Nerven, noch eure Zeit für das etwa 30-minütige Adventure opfern wollt, könnt ihr euch die freischaltbaren Bilder auch ganz einfach hier in der ArchaeoGames-Diashow ansehen.

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Wer hingegen besonders neugierig auf die Geschichte ist, die God of War: A Call From The Wilds erzählt, der sollte sich das offizielle Promo-Video ansehen – das verrät zwar nicht alle Einzelheiten des Textadventures, aber fasst das Geschehen zumindest grob zusammen. Und wer sich von euch schließlich nur versehentlich zu dieser Spielvorstellung hier verirrt hat, obwohl ihr eigentlich erfahren wolltet, was im Multiplayer von Call of Duty: WW2 gerade für schlimme Dinge passieren, dann zeige ich euch natürlich gerne den Weg: hier entlang!

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