Was ist eigentlich Archaeogaming? Eine nachgeholte Einführung

Dem ein oder anderen Leser ist es vielleicht bei seinem Besuch auf ArchaeoGames aufgefallen: Eine einführende Erklärung, was es mit diesem Archaeogaming eigentlich auf sich hat, findet sich auf dieser Website nirgends. Tatsächlich hat mich die Herausforderung eines umfassenden, aber nicht zu komplizierten Einführungsartikels in das Thema immer so sehr abgeschreckt, dass ich es bei einer einfachen Definition im “Über Archaeogames”-Text belassen habe.

Nun allerdings hat sich die Gelegenheit ergeben, für Zeit Online einen einführenden Text über diese besondere Art der Spielkritik zu schreiben – und die habe ich ergriffen! Doch dieser Artikel ist noch mehr, als eine reine Begriffserklärung: Ich lasse auch einige Protagonisten dieser noch sehr jungen Disziplin zu Wort kommen und versuche so, im eng gesteckten Rahmen des Artikels einen kurzen Blick auf die verschiedensten Auswüchse des Archaeogamings zu werfen. Hier ein kleiner Ausschnitt:

Vorsichtig lenkt Andrew Reinhard den Laserstrahl aus seiner Pistole in einer kreisförmigen Bahn um seinen Fund. Nach und nach pulverisiert er die poröse Erde, unter der ein metallener Gegenstand begraben liegt. Angespannt drückt er die Tasten auf seinem PlayStation-Controller, etwas fester als eigentlich notwendig. Heute könnte ihm jene Entdeckung gelingen, der er seit Monaten hinterhergejagt hat.

Reinhard kennt diese Anspannung eigentlich. Der hochgewachsene Mann, der auf Bildern grinst wie ein Kind am Tag der Einschulung, ist Doktorand der Archäologie an der Universität York und hat in seiner Karriere schon an zahlreichen Ausgrabungen teilgenommen. Doch die Situation, in der er sich gerade befindet, ist für den erfahrenen Archäologen Neuland. Statt nämlich mit Kelle und Schaufel auf einem staubigen Acker irgendwo in Griechenland zu stehen, sitzt er daheim in seinem Wohnzimmer vor dem Fernseher und leitet eine Ausgrabung in dem Videospiel No Man’s Sky.

No Man’s Sky hält ein komplettes Universum bereit, das von Spielern erkundet werden kann,“ sagt Reinhard. „Dieses Universum, inklusive aller Planeten, Pflanzen, Tiere, Gebäude und Artefakte, ist komplett zufallsgeneriert. Das bedeutet, der Code des Spiels hat eine digitale Welt geschaffen, die noch nie jemand, nicht einmal die Entwickler selbst, mit eigenen Augen gesehen hat.“ Diese Geheimnisse zu entdecken und zu dokumentieren, hat sich der Archäologe zur Aufgabe gemacht.

Und hier gelangt ihr zum vollständigen Artikel.

Diskutiert über den Text im brandneuen, gemütlichen und (wie ich finde) wunderhübschen Forum von ArchaeoGames – hier entlang!

Dom Schott

Dom Schott hat Archäologie studiert und schreibt als freier Journalist besonders gerne über spannende Online-Communities, Archaeogaming und seine zwei Kater.